Europäische Akademie Külz – Kulice vor dem Aus?

Schloss Kültz/Kulice bei Naugard/Nowogard

Schloss Kültz/Kulice bei Naugard/Nowogard By Waldemar Sieńko (Own work) [CC-BY-SA-3.0-pl ()], via Wikimedia Commons

Über einen hörenswerten Beitrag im NDR-Radio Pomerania (erster Beitrag) wurde ich auf die derzeitige Diskussion um das Schicksal der Europäischen Akademie Külz – Kulice aufmerksam. Das frühere Gutshaus der Familie von Bismarck wurde in den 90er Jahren von Philipp von Bismarck mit Hilfe einer von ihm gegründeten polnischen Stiftung auch mit deutschen Geldern wieder aufgebaut und zu einer deutsch-polnischen Begegnungsstätte umgewandelt. Nachdem die Ländereien in den Besitz der Stettiner Universität übergegangen waren,  schloss die Stiftung 2002 einen Vertrag mit der Universität und übereignete damit der Hochschule unentgeltlich die Investitionen in den Wiederaufbau des Gutshauses .

Seitdem fanden dort viele hochkarätige Tagungen  zur deutsch-polnischen Geschichte und Gegenwart statt (als Beispiel das Programm 2012) und die Publikationen,  die “Zeszyty Kulickie/ Külzer Hefte” sind wohlbekannt und angesehen.

Nun will die Universität Stettin das Gebäude aus Kostengründen verkaufen. Es gibt einen Senatsbeschluss aus dem Herbst 2012, das letzte Wort ist damit aber wohl noch nicht gesprochen, weil die Rechtslage nicht geklärt ist. Nicht nur in Deutschland, auch in Polen, stößt dieser Plan auf Unverständnis. Ausführlich berichtet Bogdan Twardochleb im Kurier Szczeciński über diesen Sachverhalt, die deutsche Übersetzung seines Artikels können sie auf den Seiten der Akademie Kulice/Kültz lesen.

Es wäre wirklich ein Armutszeugnis für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, wenn dieses Tagungsstätte ihre Arbeit aufgeben müsste. Wenn ein Projekt die Fürderung durch die EU verdient hat, dann doch wohl dieses.

M.Ott

3 Gedanken zu “Europäische Akademie Külz – Kulice vor dem Aus?

  1. Es wäre wirklich traurig, wenn diese anerkannte Akademie der dt.-poln. Begegnung ihre Arbeit einstellen müsste. Es bleibt zu hoffen, dass auch von deutscher wie polnischer staatlicher Seite die Akademie unterstützt wird und eine Schließung abgewendet werden kann. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg — das zeigte jüngst etwa auch das Beispiel des von der Schließung bedrohten Kraszewski-Museum in Dresden. Eine Schließung in Külz-Kulice wäre ein Rückschlag für den freundschaftlichen Austausch zwischen Polen und Deutschen.

  2. Den Beitrag von Dr. Ott begrüße ich sehr.
    In der polnischen Presse (STETTINER KURIER) ist bereits mehrfach kritisch das Vorgehen der Universität Stettin von deutschen und polnischen Kennern der Arbeit der Europäischen Akademie hinterfragt worden. Besonders setzt sich Bogdan Twardochleb, Stettiner Kurier, für den Erhalt der Akademie in Külz ein. Inzwischen interessieren sich auch die deutschen Medien für die derzeitige mißliche Lage der Europäischen Akademie, die dazu geführt hat, dass bereits geplante Seminare für 2013 storniert werden mussten und weitere Planungen für dieses Jahr einstweilen völlig ruhen.
    E. Vahlefeld.

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