Das Demminer Findbuch

Das Demminer Findbuch

Im Landesarchiv Greifswald lagern verschiedene Bestände über die Stadt und den Altkreis Demmin, welche zum Großteil schon über die Archivsuche Ariadne erfasst sind. Bei einem Besuch im November 2016 entdeckte ich ein Findbuch zu dem Demminer Bestand mit dem Titel:

„Repertorium des Archives des Demminer Magistrats 16. 17. 18. und 19. Jhd.“

Nach einer Unterhaltung mit einem Archivar erfuhr ich, dass dieser Bestand bislang noch nicht in der Archivdatenbank ARIADNE erfasst ist, da sich aus zeitlichen und personellen Gründen noch niemand damit näher befassen konnte.

Somit ist dieser Bestand für die Ahnen-, Orts- und Familienforscher bis dato weitestgehend unbekannt gewesen!

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Kreisblatt Köslin

Kurzmitteilung

Kreisblatt Köslin

Die digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt Kreisblätter Köslin von 1876 – 1923 veröffentlicht.
http://ub-goobi-pr2.ub.uni-greifswald.de/viewer/toc/PPN777002515/1/
Sie ergänzen damit die in Polen bereits veröffentlichten Jahrgänge
1873 – 1889
http://bibliotekacyfrowa.eu/dlibra/publication?id=3492&tab=3
Die Kreisblätter bieten neben ortsgeschichtlichen Angaben auch zahlreiche Personendaten, z.B. die Namen und den Stand der Rentner im Kreis Köslin 1892
http://ub-goobi-pr2.ub.uni-greifswald.de/viewer/fullscreen/PPN777002515_1893/162/

rentner

Gustav Meyer in Frauendorf – aber wo?

Frauendorf war laut Berghaus Mitte des 19. Jahrhunderts in Beziehung auf romantische Lage die Perle unter den ländlichen Ortschaften in den nächsten Umgebungen Stettins.

Eines Tages suchte ich bei Wikipedia nach Informationen zu Frauendorf. Ich stieß dort auf eine deutsche Seite Golęcino (poln. Ortsbezeichnung von Frauendorf).

Im Abschnitt „Söhne und Töchter des Ortes“ fand ich u.a. folgenden Eintrag, der wie ich finde, thematisch so herrlich zu der obigen Ortsbeschreibung passt.

„Gustav Meyer (1816–1877), deutscher Landschaftsgestalter und Städtischer Gartendirector zu Berlin“

Tatsächlich hat es Gustav Meyer in Berlin zu hohem Ansehen gebracht. So wurden der Volkspark Friedrichshain, der Volkspark Humboldthain, der Treptower Park und die Villenkolonie Alsen (Wannsee) nach seinen Entwürfen angelegt. Zuvor hatte er sich als Schüler von Lenné und seiner Arbeit als Hofgärtner im Schloss Sanssouci umfassende Kenntnisse angeeignet und z.B. eine Skizze des Paradiesgartens in Potsdam angefertigt. Nach ihm ist eine Straße im Berliner Stadtteil Wedding benannt, die Gustav-Meyer-Allee.

Der Paradiesgarten nördlich der Maulbeerallee, Plan von Gustav Meyer, um 1850, Original: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Plansammlung, Nr. 3723. Aus: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und SPSG (Hrsg.): Peter Joseph Lenné. Parks und Gärten im Land Brandenburg. S. 234 f, via wikipedia, gemeinfrei.

Der Paradiesgarten nördlich der Maulbeerallee, Plan von Gustav Meyer, um 1850, Original: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Plansammlung, Nr. 3723. Aus: Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum und SPSG (Hrsg.): Peter Joseph Lenné. Parks und Gärten im Land Brandenburg. S. 234 f, via wikipedia, gemeinfrei.

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Emil Odebrecht – Karriere in Brasilien

Die Tagesschau berichtet über einen der größten Baukonzerne Südamerikas, der unter Korruptionsverdacht steht. Es handelt sich um die Firma Odebrecht, die zurückgeht auf einen Auswanderer aus Jacobshagen, Kreis Saatzig.
Emil Odebrecht (* 29. März 1835 in Jacobshagen) zog mit seiner Familie um 1845 nach Anklam. Seine Mutter Albertha L’oeillot de Mars war französisch-hugenottischer Herkunft und Angehörige des preußischen Adels. Sein Vater August Odebrecht war Jurist und stammte (s.u.) aus der mit Greifswald eng verbundenen Familie Odebrecht, an die heute noch z.B. die Johanna-Odebrecht-Stiftung erinnert. Weiterlesen

Wie der Gnevkower Schneidermeister zu Tode kam

Wie der Gnevkower Schneidermeister zu Tode kam

Von Gudrun Herzberg

Ahnenforscher machen sich an die Arbeit, um das umfangreiche Material in Kirchenbüchern zu sichten und zu digitalisieren. Da findet sich manche tragische Geschichte.

Hohenmocker/Gnevkow

Wie der Gnevkower Schneidermeister zu Tode kam von Gudrun Herzberg / Nordkurier, Montag, 16.01.2017

Wie der Gnevkower Schneidermeister zu Tode kam
von Gudrun Herzberg / Nordkurier, Montag, 16.01.2017

Aktenberge liegen auf dem großen Tisch im Pfarrhaus von Hohenmocker. Der Fußboden ist mit alten, uralten Büchern bedeckt. Kaum ein Durchkommen. Aber die Ahnenforscher des Vereins Pommerscher Greif haben den Überblick und sitzen ganz fasziniert über dem alten Kirchenmaterial.

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Haus Demmin

Gudrun Herzberg berichtete am 7.01.2017 im Nordkurier über Hans Karl von Rohr, den ersten Besitzer des Herrenhauses „Haus Demmin“, über den unser Mitglied Steffen Krüger geforscht hat. Sie können den Artikel hier als pdf-Datei öffnen (Klick aufs Bild).haus-demmin

Wir danken für die Erlaubnis, den Artikel auch an dieser Stelle zu veröffentlichen.

 

 

Weihnachten im Pommerlande

Zum 4. Advent

von Marie Luise Bartz aus: Unser Pommerland, 1. Jahrgang 1912-13, Nr. 2

Originalabbildung zum Artikel

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Nun zieht über der Heimat wieder herauf “die frohe heil’ge Weihnachtszeit,  Frühlingszeit im Reich der Gnade”… Adventsglocken rufen durch die klare kalte Winterluft, die wir uns im Pommernland jetzt gar nicht anders wünschen. Denn Weihnachtszeit ohne Eis und Schnee, ohne überreifte Tannen in unseren schönen Wäldern ist ja gar keine echte Festzeit. Was soll denn da aus allen Schlitt- und Schneeschuhen, aus den hübschen Schlitten mit klingenden Schellen werden, wenn sie nicht gerade jetzt, in den Weihnachtstagen probiert werden können, für die die Jugend sie sich so brennend gewünscht hat? Weiterlesen

Ein pommersches Weihnachtslied

Zum 3. Advent

Aus „Unsere Heimat“ Beilage zur Kösliner Zeitung Nr. 27 1928

Von Reinhold Lange

Du lieber heil’ger frommer Christ…

Das ist ein Lied das wohl jeder noch von seinen Kinderjahren her im Gedächtnis hat. Was aber wahrscheinlich nicht mehr frisch darin lebt ist, dass das Lied ein richtiges pommersches Gewächs ist, dessen Entstehung uns an die schweren Notzeit unserer Väter zu Anfang des vorigen Jahrhunderts erinnert. Es ist ein Christgeschenk von unserem Landsmann Ernst Moritz Arndt, den wohl jedes deutschen Kind kennt und jedes pommersche erst recht.

Ernst Moritz Arndt 1769-1860

Ernst Moritz Arndt 1769-1860

Arndt, am zweiten Weihnachtstag 1769 zu Schoritz auf Rügen geboren,  war 1805 Professor der Geschichte zu Greifswald geworden.

In jener trüben Zeit von Deutschlands Schmach und Jammer verfasste er den ersten Teil seiner Schrift “Geist der Zeit”, ein Werk voll kühnen Freimuths, voll Erbitterung gegen Napoleon und die Franzosen, voll blühender Liebe zu dem armen unterdrückten Vaterlande. Das Buch fand eine beispiellose Verbreitung und zündete in allen deutschen Herzen.

Freilich hatte er jetzt die Rache des Korsen zu fürchten und als nach der Schlacht bei Jena die Franzosen auch ins schwedische Pommern ihren Fuß setzen, war sein Leben in der Heimat gefährdet. Er floh deshalb nach dem benachbarten Schweden und kehrte im Jahre 1809, da der Friede zwischen Napoleon und Schweden bevorstand, in die Heimat zurück. Er erhielt seine Stelle in Greifswald wieder, fühlte sich aber in der kleinen Universitätsstadt, wo ringsum ihn her viele mit den Welschen liebäugelten und schwätzten, bald nicht mehr wohl, nahm seinen Abschied und ging im Herbst 1811 zunächst zu seinen Geschwistern in die Dorfstille bei Trantow, unweit der Peene bei Loitz. Hier konnte er endlich die eigene Familienluft atmen, hier gehörte er auch nach langer Zeit einmal ganz seinem Karl Treu, wie er seinen Sohn Karl Moritz für den Hausgebrauch umgetauft hatte, und dieser ihm . Weiterlesen