Der Max-Stein

Rebecca Lutter war eine 1930 in Stolp geborene Schriftstellerin und Dichterin, die in mehreren Büchern ihrer Liebe zu Pommern Ausdruck gab. Aus dem Buch „Von hellen und von dunklen Tagen”, 2006, stammt die Geschichte vom Max-Stein, die auch im Stolper Heft 2014 veröffentlicht wurde.

Der Max-Stein

Der Max-Stein, Foto H. Schardin-Liedtke

Es ist die Geschichte einer großen Liebe, eines Steines den Olga von Mitzlaff  ( *8.6.1866 , geb. von Graefe, Tochter des bekannten Augenarztes †11.11.1949) nach dem tragischen Unfalltod ihres Mannes Max( *3.5.1850 in München) an der Unfallstelle aufstellen ließ. ( Heirat der beiden am 11.5.1887 in Berlin III)
Dieses kinderlose Paar hatte sich nach seinem Abschied als Generalmajor vom Militär 1904 ein großes Waldstück am Vossberg bei Ziegnitz (Ściegnica) im Kreis Schlawe gekauft und dort ein Holzhaus aus zwei skandinavischen Fertighäusern errichten lassen. Am 26.07.1916  verunglückte Max von Mitzlaff bei einem Ausritt nur knapp vom Haus entfernt und wurde tot aufgefunden. Zur Erinnerung ließ seine Frau einen Findling errichten mit dem Namen und dem Todesdatum des geliebten Mannes und den Worten von Eichendorff:

„Im Walde steht geschrieben
Ein stilles ernstes Wort
Vom rechten Tun und Lieben
Und was des Menschen Hort
So treu hat er gelesen
Die Worte, schlicht und wahr
und durch sein ganzes Wesen
ward unaussprechlich klar.

 

Rebecca Lutter kannte dieses Haus und ihre Tante „Olli“, weil ihr Vater dort eine Jagd gepachtet hatte. Olga von Mitzlaff besuchte mit den Kindern den Stein und erzählte von Ihrem Ehemann, dem General.

Lange nach Krieg und Flucht besuchte Rebecca Lutter dann wieder den Vossberg, suchte und fand den Stein und besuchte ihn daraufhin regelmäßig. 2002 allerdings war der Stein verschwunden – er lag „mit dem Gesicht nach unten“ an einem Feldrand in der Nähe. Frau Lutter und ihre Schwester erzählten ihren polnischen Freunden von dieser traurigen Geschichte und 2004 erhielten sie die freudige Nachricht, dass der Stein auf Veranlassung des polnischen Forstmeisters wieder aufgestellt wurde.

„Wir haben es aus Freundschaft für Euch getan“

Unser Mitglied Hannelore Schardin-Liedtke hat sich Ende April auch auf die Suche nach dem Stein gemacht und ihn mit Hilfe einer polnischen Freundin und von Dorfbewohnern entdeckt. Die Inschrift ist nicht mehr lesbar, aber durch Rebecca Lutter zum Glück verewigt.

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