Das Osterfest in Pomerode

Ostereier bemalen und Ostereier verstecken und suchen, das Stiepen und das Osterwasser holen: diese in Brasilien unbekannten Gebräuche haben sich beim Osterfest in Pomerode und Blumenau gehalten.

easter-1237635_1280

Ab Gründonnerstag beginnen jeweils die Osterfestivitäten in Santa Catarina: mit dem Osterfest  in Pomerode und dem Osterdorf in Blumenau.

Ein kurzes -Video zeigt wie sich Blumenau in das Osterdorf verwandelt. Video Osterdorf

Dieses brasilianisch-deutsche Osterfest dort ist ein Familienfest mit vielen Attraktionen gerade für Kinder. Das Programm umfasst zudem kulturelle Darbietungen und Auftritte von Volksgruppen, Ausstellungen von Handwerkern und lokalen Produkten, es fährt ein kleiner Zug, es gibt geschmückte Fahrräder und vieles mehr. Das Fest läuft jeweils von Donnerstag bis Sonntag. Mittelpunkt der sehr touristisch ausgeprägten Aktivitäten ist jeweils der Osterbaum, der z.B. in Pomerode 15 Meter hoch ist und mit 80 000 Eiern geschmückt wurde.

Osterbaum in Pomerode 2015

Osterbaum in Pomerode 2015 Bildquelle http://pomerode.sc.gov.br/Noticia.asp?lang=pt&id_Noticia=3389

Neben dem Bemalen der Ostereier hat die Tradition des Osterbaums eine immer größere Bedeutung gewonnen. Er besteht aus trockenen Zweigen, die ursprünglich die Zeit des Leidens und den Tod Jesu Christi symbolisieren. In den Ästen sind die Eier,  die die Freude des Lebens und der Auferstehung darstellen sollen, aufgehängt.

Die Fastenzeit wurde früher sehr respektiert, ab Aschermittwoch gab es keine Tanzveranstaltungen mehr und am Palmsonntag waren oft die evangelischen Konfirmationen. Die Katholiken ließen ihre Palmzweige segnen.

Am Heiligen Donnerstag (Gründonnerstag) begann die Feier des Heiligen Abendmahls. Der Freitag der Passion (Karfreitag) war ein Tag des Nachdenkens  und absoluter Stille.

Am  Karsamstag war die Reinigung des Hauses dran. Das eigentliche Fest begann Samstags um Mitternacht mit dem „Stiepen“.  Eine kleine Gruppe lief durch die Gegend, von einem oder mehreren Musikern begleitet. Während die Musik gespielt wurde, um der  Auferstehung Jesu Christi zu gedenken, wurden die  Einwohner mit einem Zweig des Lebensbaums ange“stiept“.

Am Ostersonntagmorgen hatten die Kinder einen Grund mehr, aus dem Bett zu kommen, denn Geschenke und bunte Eier wurden in den Nestern im Garten versteckt.

Es gab auch die Sitte des Osterwassers, das aus einer sehr sauberen Wasserquelle gesammelt wurde. Auf dem Rückweg vom Wasserholen durfte man nicht sprechen oder zurückblicken, dann war das Osterwasser wertlos. Es wurde im Laufe des Jahres wie Medizin verwendet.

 

Idee und Anregungen: Danke an http://folhapomerana.blogspot.de/ von Ivan Seibel

Weitere Beiträge zu Ostern: http://www.blog.pommerscher-greif.de/tag/ostern/