Otto Knoop

Rackow, Jägerbuche

Fritz Rackow, Linolschnitt
Die Jägerbuche auf dem Darß, Unser Pommerland 1928

Professor Otto Knoop * 20. April 1853 in Karzin, Kreis Stolp, + 08. November 1931 in Stargard war ein pommerscher Lehrer, Heimatforscher und Schriftsteller, der einen reichen Schatz an gesammelten Sagen und Erzählungen hinterlassen hat.
Nach Ausbildung in Pommern war er als Lehrer in der Provinz Posen, zuletzt in Rogasen im Kreis Obornik tätig. In den Schulberichten dort hat er viele volkskundliche Texte zu Posen und zu Pommern veröffentlicht. Dazu kommen Bücher, Artikel in „Unser Pommerland“ und den Baltischen Studien und die Herausgabe einer volkskundlichen Zeitschrift.

In der Anthologie „Homo Narrans“ (teilweise lesbar bei  google books)   zitiert Karl-Ewald Tietz ihn mit einer Aussage aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg: „Es ist auch die Scheidung in deutsches und polnisches Eigentum auf unserem sprachlich so durchdringend gemischtem Gebiet gar nicht immer möglich“. Tietz erfreut sich an Knoops Gedanken zur damaligen multikulturellen Normalität.
Das mag auch mit ein Grund sein, dass Knoop im polnischen Sprachraum anscheinend stärker wahrgenommen wird als in Deutschland. Sein Werk „Volkssagen, Erzählungen, Aberglauben, Gebräuche und Märchen aus dem östlichen Hinterpommern“ ist in polnischer Übersetzung erschienen:
Otto Knoop: Legendy pomorskie [Pommersche Sagen]. Hg. v. Andrzej Chludziński.
Übersetzungen: Dariusz Kaczor, Izabela Kowalska. Gdynia: Wydawnictwo „Region“
2008. 173 S., s.-w. Abb. ISBN 978-83-60437-61-2.
Die polnische Wikipedia kennt ihn und der Posener Wojciech Łysiak vom Instytut Etnologii i Antropologii Kulturowej UAM Poznań,  schreibt in „Dorobek Folklorystyczny Ottona Knoopa, LUD,T.75, 1992, str. 157-179, dass sein Werk, obwohl in fremder Sprache geschrieben, erfüllt ist von den Werten polnischer Kultur und es sei randvoll mit polnischen Elementen aus allen Bereichen. Eine Monographie über ihn wäre längst fällig.

In seiner Veröffentlichung “Fremdsprachliches ….” (s.u.) nennt Knoop viele kaschubische und polnische Sprachelemente, die Einzug in den Alltag der hinterpommerschen Sprache gefunden haben.

Tietz berichtet weiter in seinem Beitrag, der unter dem Titel steht: “Charaktere im kleinen Pommern, die Erzählforscher – Otto Knoop und Ulrich Jahn als Kontrahenten” über Fehden und z.T. kleinkarierte Streitereien zwischen diesen beiden verdienten Heimatforschern. Trotz der eingeschränkten Ansicht bei google books kann man viel interessanten Lesestoff dazu finden.

In Katharina Berger „Erzählungen und Erzählstoffe in Pommern finden Sie weitere Angaben zu Knoop und anderen „Erzählforschern“ in Pommern (eingeschränkte Ansicht google books )
Auf der Seite des Stolper Heimatkreises finden Sie auch den direkten Link zu seinem Nachruf in “Unser Pommerland”.

Titelblatt: Volkssagen Lauenburg

Titelblatt: Volkssagen Lauenburg

Neu digitalisiert bei der UB Düsseldorf jetzt

Fremdsprachliches im hinterpommerschen Platt : nebst einer Anzahl von Fischereiausdrücken und Ekelnamen in:
Wissenschaftliche Beilage zum Programm des Königlichen Gymnasiums zu Rogasen ; [1889/90]
und die Fortsetzung
Teil 2 Plattdeutsches aus Hinterpommern /
2, Forts. : Fremdsprachliches im hinterpommerschen Platt
nebst einer Anzahl von Fischereiausdrücken und Ekelnamen.
Knoop, Otto, 1891 in
Wissenschaftliche Beilage zum Programm des Königlichen Gymnasiums zu Rogasen ; [1890/91]

weitere Onlineveröffentlichungen zu Pommern:
Plattdeutsches aus Hinterpommern 
Download als pdf
im Schulbericht des Gymnasiums Gnesen 1890

Volkssagen, Erzählungen, Aberglauben, Gebräuche und Märchen aus dem östlichen Hinterpommern,  Posen, 1885

Volkssagen, Erzählungen und Schwänke aus dem Kreis Lauenburg, Hendess, Köslin, 1925

Stargarder Sagen, Überlieferungen und Geschichten, Stargard, 1924

Kolberger Volkshumor: Neue Sagen, Erzählungen und Märchen, Schwänke, Scherze und Ortsneckereien aus dem Kreis Kolberg-Koerlin, Köslin, 1927

Volkssagen Erzählungen und Schwänke aus dem Kreise Dramburg Köslin 1926

Knoop, Otto: Scherze, Neckereien, Reime und Erzählungen über pommersche Orte und ihre Bewohner In Baltische Studien 1881

Zahlreiche weitere kleinere Beiträge erschienen in “Unser Pommerland”.

Weitere Nachweise auch zu Veröffentlichungen über Posen bei wikisource

Mit Alfred Haas gemeinsam gab er von 1892 – 1902 die „Blätter für pommersche Volkskunde“ heraus, die inzwischen über einen Proxy-server komplett bei google books in den USA gelesen werden können. Falls das nicht klappt, den Band7-9 gibt es auch frei zugänglich  im Internetarchiv